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Das Auge des Hundes

Das Auge des Hundes

Das Auge des Hundes

Oft werde ich gefragt, was Hundeaugen sehen können, welche Farben und worauf sie reagieren? Nun niemand hat jemals durch die Augen eines Hundes geschaut, ganz genau weiß man es nicht. Man kann nur anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse und Vergleiche zum menschlichen Auge Rückschlüsse ziehen, wie Hunde wohl ihre Welt sehen. Da der Aufbau der Augen bei allen Säugetieren fast gleich ist, kann man die Augen des Hundes und des Menschen ganz gut vergleichen.

Ein kurzer Rückblick in die Biologie und Aufbau des Auges sollte uns da aber schon helfen. Wir wollen es aber nur kurz anreißen, den genauen Aufbau und Funktionen finden Sie sicher im Internet.

Was ist überhaupt „Sehen“?

Sehen bedeutet, dass Lichtstrahlen, die ins Auge fallen, auf lichtempfindliche Rezeptoren treffen und dadurch Nerven anregen, die dann Signale ans Gehirn senden. Ins Auge gelangen die Lichtstrahlen durch die Pupille und Linse. Die Linse bündelt die Lichtstrahlen und führt zu einem klaren Abbild der Umgebung auf der Netzhaut, die sich an der Rückwand des Auges befindet. Die Netzhaut ist eine Schicht aus überaus feinen, lichtempfindlichen Rezeptoren und dünnen Nervenzellen, die den Lichteindruck ins Gehirn weiterleiten. Die Photorezeptoren reagieren auf das Licht und schicken Signale über die dünnen Nervenfasern zum Sehnerv, der von der Rückwand des Auges ins Gehirn führt. Bestimmte Teile des Gehirns empfangen und verarbeiten die Signale. Man empfindet („sieht“) nun das Bild und nimmt seine Umgebung wahr.

Die beschriebenen Photorezeptoren werden aufgeteilt in Stäbchen und Zapfen, diese haben verschieden Aufgaben. Die Stäbchen sind sehr lichtempfindlich und nehmen das Licht nur in Grautönen auf, sind also verantwortlich für Schwarz/Weiß sehen und helfen uns bei Dämmerung noch sehen zu können.

Die Zapfen sind für das farbige Licht zuständig, mit ihnen sehen wir die Farben Rot, Grün und Blau. Das sind die Lichtfarben, mit denen auch Fernseher und Computermonitore alle Farben, die wir kennen, mischen können.

Hunde haben auch Stäbchen und Zapfen, die aber anders aufgeteilt sind. Insgesamt hat der Hund von beiden weniger als wir und im Verhältnis zueinander auch weniger Zapfen. Diese  Zapfen reagieren auch noch auf ein völlig anderes Lichtspektrum. Sie reagieren im Wesentlichen nur auf blaues und gelbes Licht. Dem Hund fehlen also große Teile der Farben Rot und Grün. Verdeutlicht wird dieses auf den folgenden Fotos.

So sieht der Mensch – so sieht der Hund

Links – so sieht der Mensch / Rechts – so sieht der Hund – in der gleichen Situation.

So sieht der Mensch So sieht der Hund Farben

 

 

 

 

 

 

 

Da der Hund insgesamt weniger Rezeptoren hat, fehlt ihm die dazugehörige Auflösung. Auch sieht der Hund bei stehenden Bildern nicht in der gleichen Schärfe wie der Mensch. Bei bewegten Objekten ist es anders, die sieht der Hund viel schärfer als wir. Das ist als Jäger auch wichtig.

So sieht der Hund

Bei völliger Dunkelheit können beide – Hund und Mensch – nichts sehen. In der Dämmerung oder bei schwachem Licht ist der Hund uns überlegen. Aufgrund einer reflektierenden Schicht auf der Augenrückwand, die das Licht im Inneren des Auges verstärkt, sieht er mehr als wir. Das ist auch der Grund warum Hundeaugen bei Anstrahlung durch Scheinwerfer oder Taschenlampe im Dunkeln reflektieren und leuchten. Die Sehfähigkeit bei Dämmerung veranschaulichen die folgenden beiden Bilder.

Links – so sieht der Mensch / Rechts – so sieht der Hund – zur gleichen Zeit der Dämmerung.

 

 

 

 

 

 

 

Man sieht ganz klar, dass die Augen für den Hund eine andere Rolle spielen und diese entsprechend von der Natur anders ausgelegt wurden. Wir können auch feststellen, dass wir Menschen bei Dämmerung wachsamer sein müssen. Gerade dann bewegt sich meist das Wild und der Hund kann es besser und früher wahrnehmen als wir.

Jochen Scholz